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Zu Besuch beim weltbekannten  Violinvirtuosen PIERRE COCHAND im Malcantone TI

Ich liebe das Leben, die Musik und die Frauen
Er ist  einer der weltbesten Mozart-Violinsolisten.  Ausserdem ist er Konzertorganisator und Musikpädagoge in einem. Ist Pierre Cochand nicht auf Konzertreise, lebt er in einer Jugendstilvilla im Tessiner Malcantone: Es ist wunderschön, hier den Menschen das Lebenselixier Musik weiterzugeben.
Von Selina Luchsinger mit Fotos von Herve Le Cunif


Auf seiner Meistergeige aus dem  18. Jahrhundert von Antonio Stradivari spielt Pierre Cochand zur Begrüssung eine Violinsonate von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Geigenklänge ziehen durch die verschlungenen Pfade  hinauf zur traumhaften Jugendstilvilla in einem riesigen Park mit altem Baumbestand aus dem Jahre 1892. Hier im Malcantone, in der Jugendstilvilla, die seit drei Generationen seiner Familie gehört, wohnt der Violinvirtuose - wenn er nicht für die Musik unterwegs ist.

Für Cochand ist dies der Ort, wo er Zeit und Musse hat, um Solopartien einzustudieren. Um Konzertprogramme zu arrangieren und die Engagements für sein Kammerorchester Ensemble Classico zu organisieren. Hier kommt aber nicht nur der Musiker, sondern auch der Lebemann Pierre Cochand voll auf seine Kosten: Wir haben oft Besuch,sagt er.Dann koche ich für die Gäste. Die Zutaten für die Menüs kaufe ich auf dem Markt in Ponte Tresa. Natürlich darf beim abendlichen Schmaus im heimeligen Grotto der Villa der Merlot del Ticino aus dem Boccalino nicht fehlen. Ich bin nun mal ein Geniesser, meint Cochand.Ich liebe das Leben, die Musik und die Frauen. Um sich fit zu halten, treibt Pierre regelmässig Sport:Ich jogge fast täglich und spiele Tennis.All diese Dinge, davon ist Cochand überzeugt, braucht es neben dem Üben, um aus ihm einen guten Musiker zu machen. Wer nur übt, kann durch sein  Spiel auch nichts erzählen. Der Zuhörer spürt, ob du etwas erlebt hast.

Pierre Cochand wollte schon immer Musiker werden.Obwohl ich nicht aus einer Musikerfamilie stamme, mein Vater war Richter, sagt er. Im zarten Alter von drei Jahren bekam Pierre seine erste Geige und als Vierjähriger gab er sein erstes Konzert. Mit sechzehn, nach dem Schulabschluss, wollte er nur eins: ans Konservatorium in Winterthur. Bereits mit einundzwanzig Jahren nach abgeschlossenen Solisten- und Pädagogik-Diplomprüfungen in der Tasche gings dann nach Wien, wo der junge Geiger 1985 Assistent an der Universität in Wien und an der Hochschule in Luzern des berühmten ersten Konzertmeisters der Wiener Philharmoniker, Wolfgang Schneiderhan, wurde. Er hat mich alles gelehrt, was es für eine Solokarriere braucht, sagt Cochand.

1989 gründete der Musiker das Kammerorchester Ensemble Classico, das unterdessen von Wien bis New York Konzerte auf der ganzen Welt gibt.Im Juli waren wir in China auf Tournee, spielten in der Peking Concert Hall. Das war ein tolles Erlebnis!, schwärmt Cochand. Dass er an so vielen Orten auf der Welt spielen kann, ist aber auch seinem Organisationstalent zuzuschreiben.

Am liebsten spiele ich Mozart, mit ihm fühle ich mich seelenverwandt

Ich habe ein Flair für den Umgang mit Menschen, meint Pierre.Darum gefällt mir die Rolle des musikalischen Leiters genauso. Die kann er beim alljährlichen Konzertzyklus des Klosters Einsiedeln voll ausleben.Ich habe den Musikzyklus im Kloster vor elf Jahren ins Leben gerufen. Unterdessen läuft er so gut, dass praktisch alle Konzerte ausverkauft sind.
Pierre Cochand ist aber nicht nur Musiker und Organisator, er ist auch Violinpädagoge. In Lugano unterrichte ich eine Meisterklasse und an der Musikschule Küsnacht  eine Begabtenklasse, sagt der Geiger. Ich verlange viel von meinen Schülern, aber wir haben auch Spass zusammen. Denn im Grunde bin ich ein Kindskopf geblieben. Zudem fördert Cochand in sogenannten Meisterkursen junge Musiker.Junge Menschen erhalten so die Möglichkeit, während ein paar Tagen intensiv mit renommierten Musikern zusammenzuarbeiten.
Die Kurse gebe er überall mal in Hongkong, mal in Wien. Und bei uns im Tessin haben sie auch schon stattgefunden. Die Villa ist gross genug dafür, und das Ambiente ist hier ja auch wunderbar inspirierend, meint Cochand. Neben den pädagogischen Tätigkeiten und dem Organisieren, bleibt denn da überhaupt genug Zeit zum Üben.Um mich auf ein Konzert vorzubereiten, ist die Fingerfertigkeit, das menchanische Üben, nur ein Bestandteil, erklärt der Geiger.Ich muss mich mit der Partitur auch im Kopf beschäftigen. Mir überlegen: Was will ich mit diesem Stück rüberbringen.Dazu hört er auch CD's von anderen Künstlern. Und von jedem nehme ich das Beste als Inspiration für mich.Eine weitere wichtige Voraussetzung sei die absolute Konzentrationsfähigkeit. Das Mentale, das Pierre Cochand auch seinen Schülern weiterzugeben versucht, entscheidet über den Erfolg eines Künstlers.
Am liebsten spielt Pierre Cochand Violinkonzerte von Mozart.Bei Mozarts Kompositionen gefällt mir, dass sie oft so leicht klingen, sagt er.Dabei sind sie etwas vom Schwierigsten, weil man nichts vertuschen kann und alles hört.Ja, mit diesem klassischen Komponisten fühle er sich geradezu seelenverwandt. Vielleicht weil Wolfgang Amadeus Mozart Musiker, aber auch Lebemann und Kindskopf war.

 
 
   
   
 
 
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